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German Open 2006 in Hanau

Rekordbeteiligung und Weltklasseniveau

Nadine Ziemer feiert mit Silber ihren Abschied der German Open
Erfurter Kata-Damenteam begeisterte das Publikum im Finale


Hanau / Frankfurt – Einen wahren Starterboom erlebten die diesjährigen German Open im Rahmen der Golden League in Hanau. Mit knapp 600 Startern aus 40 Nationen wurde ein neues Kapitel bei der offenen Deutschen Meisterschaft aufgeschlagen. Doch nicht nur Quantität, sondern auch vor allem Qualität, zeichneten diese Meisterschaften aus.

Die erfahrene Ausrichterin Ingrid Dabo sorgte zusammen mit der Wettkampfkommission in bewährter Weise, für einen reibungslosen und angenehmen Ablauf dieses Mammutturniers. Insgesamt 33 internationale Kampfrichter mit EKF und WKF Lizenz garantierten, zusammen mit ihren deutschen intern. Kollegen auf 5 Kampfflächen, für faire und vor allem verletzungsfreie Kämpfe.

Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgten die Karatedamen (Sabine Schneider, Kerstin Merkert und Franziska Krieg) aus Erfurt. Souverän meisterten Sie die Vorrunden und ließen mit einer fantastischen Finalkata ihren Konkurrentinnen aus Österreich nicht den Hauch einer Chance. Erstmals präsentierten Sie sowohl ihre eigens kreierte Katavorführung, wie auch das nachfolgende Bunkai mit einer fetzigen Musik. Das Publikum war begeistert und genauso sahen es auch die Kampfrichter mit 5:0 für Deutschland. Leider war dies die einzige Goldmedaille unserer deutschen Starterinnen und Starter.

Kata

Herausragend bei dieser German Open waren die Kata-Wettbewerbe. Mit über 80 Startern bei den Kata der Herren, dauerte diese Disziplin am Samstagmorgen schon alleine 5 Stunden! Mit den italienischen Weltmeistern sowie den venezolanischen Weltklassemann Antonio Diaz, gingen somit die Favoriten für Tampere an den Start. In einem spannenden Wettbewerb dominierten letztendlich die beiden italienischen Ausnahmeathleten vor ihren Konkurrenten aus Venezuela.

Kumite

Für einen silbernen Lichtblick sorgte wieder einmal unsere Rekord-internationale Nadine Ziemer. Souverän und überlegen setzte sie sich in den Vorrunden durch. Oft machte Sie es im EnchoSen (Verlängerung) erst richtig spannend. Im Finale musste sie sich nur ihrer Konkurrentin aus den Niederlanden geschlagen geben, allerdings änderte dies nichts an ihrem führenden RANG 1 in der Golden League-Liste.

Dies war die letzte German Open in der Wettkampflaufbahn von Nadine Ziemer. Die nun 31jährige Baden-Württembergerin ist bereits seit 11 Jahren aktive Wettkämpferin und sorgte seit 97 auf internationalem Boden für große Überraschungen. „Meine Wettkampfzeit war eine schöne Zeit und geht mit großen Erfolgen zu Ende!“ Sie stand nun bereits zum 6. Mal bei einer German Open im Finale; wollen wir hoffen, dass der Start auf ihrer letzten WM in Tampere auch noch ein großer Tag für Nadine sein wird.

Als weitere Kumiteathletin stand neben Nadine die Bayerin Gergana Jordanova (-53kg) mit einer Bronzemedaille am Treppchen. Sie bewies in der Begegnung gegen Pavla Linhartova (CZE) eiserne Nervenstärke. Bis in den letzten Schlusssekunden lag „Geri“ mit 2:0 zurück, schaffte es blitzschnell einen Ura-Mawashi-Geri sauber anzusetzen und erhielt dafür einen Sanbon (3 Punkte). Da die Zeit schon abgelaufen war, hatte ihre Gegnerin keine Chance mehr dies auszugleichen. Im Poolfinale scheiterte sie gegen Italien, konnte sich aber in der Trostrunde einen dritten Platz erkämpfen.

Auch die Herren enttäuschten in diesem WM Klassefeld keineswegs. Sowohl Christian Grüner, wie auch Frank Reuther und Viktor Löwenstein, sicherten sich nach beherzten Kämpfen jeweils die Bronzemedaille.

An diesem Tag gab es mit Alexander Lang aus Hessen einen „Überraschungs-Finalisten“. Mit 60 Startern in der Gewichtsklasse +80kg schaffte es Alexander, sich nervenstark gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen und stand somit im abendlichen Finale. Dort legte er mit zwei Punkten vor und es sah danach aus, als ob er den Kampf dominieren würde. Erst als sein Konkurrent aus Ungarn Milan Guba für einen Ura-Mawashi-Geri eine Sanbonwertung (3 Punkte) bekam, wurde es knapp. Letztendlich musste sich Alexander nach einem spannenden Kampf mit 6:4 geschlagen geben

Fazit

Die German Open entwickelt sich immer mehr zum internationalen Renner. Nur dank hervorragender Organisation und eines straffen Zeitplans konnten die Kämpfe im vernünftigen Zeitrahmen beendet werden. Auch das Niveau war erstaunlich hoch. Viele Nationen nutzten diese Meisterschaft als letzten Test zur Vorbereitung auf die in 3 Wochen stattfindende WM in Tampere / Finnland. So war es nicht verwunderlich das den Zuschauern zum großen Teil weltklasse Karate geboten wurde.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die German Open die im nächsten Jahr in Aschaffenburg / Bayern einen noch höheren Zuspruch an Teilnehmern und Ländern erfahren werden. Der DKV kann stolz auf dieses Highlight in seinem Wettkampfkalender sein.

(c) Karate-News

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