Mit Karate an die Spitze
Sportliche und aktive Menschen sind auch im Berufsleben erstklassig- Verantwortungsbewusstsein, Leistungswille und Charakterstärke prägt sie.
Viele Manager an der Spitze von Unternehmen waren auch im Sport Leistungsträger. Siemens-Chef Peter Löscher war Kapitän der österreichischen Volleyball-Nationalmannschaft, Metro- Vorstandchef Körber spielte in der Wasserball-Bundesliga. Viele Beispiele verdeutlichen, dass sportlich-ehrgeizige und erfolgreiche Menschen auch im Beruf alle Wege offen stehen. Doch welche Stärken bringen wir Sportler aus dem Dojo, aus der Turnhalle und vom Sportplatz mit ins alltägliche Leben? Inwiefern können sich die dort gestellten Herausforderungen erreichten Leistungen auch auf die berufliche Karriere auswirken.
Zielstrebigkeit
Sportliche Erfolge eines Menschen und berufliche Zielstrebigkeit hängen eng zusammen. Sich einer Herausforderung, wie einem Wettkampf oder einer Gürtelprüfung zu stellen erfordert für viele Menschen eine große Überwindung, und das positive Gefühl hinterher, etwas besonders gut gemeistert zu haben, lässt aber die gesamte Aufregung, die Anstrengung und den Stress vor und während der Belastung vergessen. Zudem lernt man, gerade als Sportler, dass eine gute gezielte Vorbereitung wichtigste Voraussetzung für spätere Erfolge ist. Entscheidungen müssen getroffen und Kompromisse eingegangen werden Und so ist es auch im Alltag.
Das Wissen über die eigenen Stärken
Spitzensportler haben den Begriff Leistungsmotivation verinnerlicht, und stechen damit aus der Masse heraus. Sie wollen möglichst alles aus sich herausholen und haben ihr Ziel stets vor Augen. Selbst wenn man bei einem Wettkampf „nur“ die zweite Runde erreicht hat, so hat man doch mindestens die Hälfte aller Teilnehmer schon hinter sich gelassen. Mit dem Erreichen des blauen Gürtels hat gerade erst den Annfang des Karate-Weges beschritten. Wie viele haben aber schon vorher wieder aufgegeben?
Zielstrebigkeit ist bekanntermaßen im Sport wie im Berufsleben sehr wichtig. Disziplin, Ausdauer, Biss und die Fähigkeit auch nach Niederlagen weiterzumachen, sind Eigenschaften von Top-Sportlern, genauso wie von Top Mitarbeitern im Berufsleben.
Einsatz und Motivation
Von entscheidender Bedeutung ist es im Sport sich selbst für die anstehenden Aufgaben zu motivieren und auch dann durchzuhalten, wenn es einmal nicht so gut läuft. Eine optimistische Grundeinstellung entscheidet zwischen Erfolg und Misserfolg und diese Fähigkeit sollte man auch kommunizieren können. Positive Ausstrahlung ist für einem selbst aber auch für andere (Teammitglieder, Schüler…) sehr wichtig.
Ansonsten ist Erfolg in Individual- aber auch Teamsportarten gar nicht erst möglich. Man lernt sich selbst zu begeistern und andere mitzureißen, nur so entsteht ein gutes Klima für spätere Erfolge. Als Trainer aber auch als Teil einer Gruppe muss man die Menschen motivieren können und Zuversicht ausstrahlen, auch wenn man die Erfolgaussichten nicht immer rosig sind. Jeder Sportler kennt das Gefühl an die eigenen Grenzen gegangen oder über sich hinaus gewachsen zu sein. Und genau dieses Gefühl hilft einem auch vermeintlich unerreichbare Ziele zu schaffen, egal ob im Sport oder im alltäglichen Leben.
Zielsetzung und Organisation
Wenn jemand die Belastung sportliches Training und Schule/Studium zusammenbringen kann, seinen Großteil seiner Freizeit seinem Sport unterordnet zeigt das dessen Leistungsbereitschaft und Motivation. Sportler müssen zusätzlich noch einmal ran, wenn andere Feierabend machen. Gutes Zeitmanagement und die Eigenschaft alles möglichst effektiv und konsequent auszuführen sind eine wichtige Vorraussetzung um mehrere Aufgabenbereiche zu meistern.
Intensiver Sport prägt schon in jungen Jahren- die Art, sich den Herausforderungen zu stellen, mit Niederlagen und Erfolgen umzugehen. Auch Misserfolge zu verkraften, an denen man selbst keine Schuld hat. z.B. im Mannschaftswettbewerb auszuscheiden, obwohl man seine Begegnung gewonnen hat. Frühzeitig bekommt man die Erkenntnis, dass man nur über die kleinen Ziele die großen erreichen kann.
Lösung von Ausnahmesituationen
Karateka, die als Trainer vor einer Gruppe stehen, Verantwortung übernehmen und sich um die Belange anderer Menschen kümmern werden auch im Alltag wenig Probleme haben anderen Menschen ihre Vorstellungen zu vermitteln. Ein Referat, eine mündliche Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch, für viele eine Ausnahmesituation, ist für erfahrene Sportler oft ein sehr geringes Übel.
Team-Fähigkeit
Ein Sportler lernt zeitig, dass er sich in ein Team einordnen muss und seine Zuverlässigkeit ein ums andere beweisen muss. Eigene Fehler, zum Beispiel im Fußball, wirken sich auf die ganze Mannschaftsleistung aus. Man lernt Verantwortung, auch in Wettkampf und Ausnahmesituationen zu übernehmen, auch für andere Menschen. Ein Sportler muss manchmal Entscheidungen mittragen, mit denen er nicht einverstanden ist. Mannschaftssportler sind später gut als Team-Chefs. Erfahrungsgemäß muss jeder Einzelne seinen Anteil zum Erfolg beitragen. Im Alleingang lässt sich meist wenig erreichen. Besonders im Sport kommt man ohne den Austausch untereinander und die gegenseitige Unterstützung nicht sehr weit. Der „einsame Wolf“ hat gegen ein starkes Team kaum eine Chance.
Wenn es mal nicht „läuft“- kein Problem!
Als Sportler erlebt man Phasen in denen nichts zusammenläuft, man lernt diese Zeiten zu überwinden und versucht Ursachen zu analysieren und Fehler abzustellen. Ich versuche immer erst den Fehler bei mir zu suchen. „Was kann ich machen, damit die Entscheidung zu meinen Gunsten fällt? Wie muss ich agieren, dass das nächste Mal kein Weg an mir vorbeiführt?“ Diese Erfahrungen gehen über den Sport hinaus. Je öfter man schon mit solchen Phasen umgegangen ist, je öfter man aus Krisen gestärkt hervorgegangen ist desto besser wird man mit zukünftigen Problemen umgehen können.
(c) Christian Grüner
von Karate-News