Taiji Kase
Taiji Kase
* 9.Feb. 1929, † 24. Nov. 2004
1929 als Sohn eines Judo-Lehrers geboren, begann Kase im Alter von 6 Jahren mit dem Training des Sanften Wegs. 1944 hielt er zum ersten Mal das Buch Karatedo Kyohan (Die Lehrnorm des Karate-do) von Gichin Funakoshi in seinen Händen und entschloss sich, diese ihm unbekannte Kampfkunst kennenzulernen. Mit Hilfe des Verlegers kontaktierte er das Shotokan Dojo in Meijiro/Tokyo und nahm daraufhin das Karate-Training auf. Kase war zu dieser Zeit Kadett bei der Marine und Inhaber des 2. Dan im Judo.
Gichin Funakoshi, sein Sohn Yoshitaka Funakoshi, Genshin Hironishi, Yoshiaki Hayashi und Wado Uemura waren damals seine hauptsächlichen Lehrer. Obwohl er nicht oft die Gelegenheit hatte, bei ihm zu trainieren, war es doch Yoshitaka Funakoshi, der den größten Eindruck auf den jungen Kase machte und ihn für den Rest seines Lebens zu inspirieren vermochte. Im Frühjahr 1945 fiel das Shotokan-Dojo Flammen zum Opfer und im Herbst desselben Jahres verstarb Yoshitaka Funakoshi.
Ab 1946 lernte Kase hauptsächlich bei Hironishi, der damals als Karate-Lehrer des Karate-Clubs der Senshu-Universität fungierte. An dieser Universität studierte er Wirtschaft. Allerdings war Karate seine eigentliche Leidenschaft und so wurde er Kapitän des Universitätsclubs, was es ihm in der Folge ermöglichte, Gichin Funakoshi jeden Montag für das Training im Universitätsclub abzuholen. 1946 bestand er auch seine Prüfung zum 1. Dan.
1949 legte er seine Prüfung zum 3. Dan ab und 1951 beendete er sein Studium an der Senshu-Universität. Etwa zu dieser Zeit traf er die Entscheidung, der Japan Karate Association (JKA) beizutreten, die es ihm ermöglichte, Karate professionell zu betreiben. Hier hatte er die Aufgabe, den Kumite-Unterricht abzuhalten.
Nach seinen eigenen Worten führte er jedoch auch einige in der JKA noch nicht bekannte Kata-Abläufe ein.
1964 reist Kase als 6. Dan nach Südafrika, um dort Karate zu unterrichten. Nach ein paar Monaten besucht er in Begleitung von Hirokazu Kanazawa (5. Dan), Keinosuke Enoeda (5. Dan) und Hiroshi Shirai (5. Dan) viele weitere Länder, wie Deutschland, USA, Frankreich, um Karate zu verbreiten. 1967 half er zuerst Shirai dabei, sich in Italien niederzulassen, und zog daraufhin nach Paris, wo er später sein eigenes Dojo eröffnete.
1982 und 1983 veröffentlichte er zwei Bücher über die Kata des Karate und 1986 schloss er sein Dojo, um sich nur noch darauf konzentrieren zu können, Karate auf der ganzen Welt zu verbreiten.
1989, zwei Jahre nach dem Tod des JKA-Hauptlehrers, Masatoshi Nakayama, gründen Kase und Shirai die World Karatedo Shotokan Academy (WKSA), die es Kase erlaubt, seine technischen Gedanken freier zu entwickeln. Dies mündete in der Gründung des Kase-Ha Shotokan-Ryu, nachdem die WKSA auf Grund politischer Auseinandersetzungen aufgelöst wurde. Diese Shotokan-Richtung ist ein Versuch, das Karate von Yoshitaka Funakoshi wachzurufen und auszubauen.
Hilfe erhielt Kase dabei von seinem alten Freund und Senior Jotaru Takagi, der zu den letzten Schülern von Yoshitaka Funakoshi gezählt wird und heute der Vorsitzende des Nihon Karatedo Shotokai ist. Ein technisches Merkmal des Kase-Ha Shotokan-Ryu ist beispielsweise der Fudo-Dachi, ein Stand, den Kase 1983 als „Schlüsselposition“ der Shotokan-Strömung bezeichnete.
Neben seinen technischen Fertigkeiten zeichnete sich Kase ebenso durch seine historischen Nachforschungen aus.
Im November 2004 verstarb Kase im Alter von 75 Jahren und wurde in Tokyo beigesetzt.
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