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Bushido

Bushido

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Bushido (jap. wörtlich „Bushi-Do“, „der Weg des Kriegers“), bezeichnet heutzutage den Verhaltenskodex und die Lebensphilosophie des japanischen Militäradels der Feudalzeit – den Samurai, ähnlich dem europäischen Konzept der Ritterlichkeit. Seine Popularität und Bekanntheit verdankt der Begriff in besonderer Weise dem 1899 in englischer Sprache entstandenen Werk Bushido - the Soul of Japan von Inazo Nitobe. Danach ist Bushido ein ungeschriebener Kodex:

„Bushido ist also der Kodex jener moralischen Grundsätze, welche die Ritter beobachten sollten. Es ist kein in erster Linie schriftlich fixierter Kodex; er besteht aus Grundsätzen, die mündlich überliefert wurden und nur zuweilen aus der Feder wohlbekannter Ritter oder Gelehrter flossen. Es ist ein Kodex, der wahrhafte Taten heilig spricht, ein Gesetz, das im Herzen geschrieben steht. Bushido gründet sich nicht auf die schöpferische Tätigkeit eines fähigen Gehirnes oder auf das Leben einer berühmten Person. Es ist vielmehr das Produkt organischen Wachsens in Jahrhunderten militärischer Entwicklung.“ (Bushido. Die Seele Japans, Ausgabe von 2003, S.11; dt. Übersetzung: Guido Keller)

Bushido ist eine Weiterentwicklung der Philosophie des Budo, die auf die Tätigkeit und Aufgaben eines Samurai abgestimmt wurde. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der absoluten Loyalität des Samurai bzw.Bushi gegenüber seinem Daimyo und der Bereitschaft, für diesen und die Werte des Bushido sein Leben zu lassen. Die Samurai und der Lebensweg Bushido waren hoch anerkannt, nicht zuletzt weil die Samurai einen der höchsten Stände der japanischen Gesellschaft zu den verschiedensten Epochen der japanischen Geschichte darstellten.

Für die Samurai war es selbstverständlich, neben dem Kriegshandwerk auch eine Ausbildung in den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Religion und Philosophie zu absolvieren - bumbu ryodo, dt. beide Wege von Literatur und Krieg(skunst). An erster Stelle stand jedoch immer die Loyalität zum Lehnsherrn. Die Samurai entwickelten einen strengen Verhaltenskodex, der u. a. die sieben Tugenden eines Kriegers (Bushi) beinhaltete. Dieser Kodex war die Basis für alle Verhaltensweisen, auch im privaten Bereich. Verstöße gegen diesen Ehrenkodex wurden als unehrenhaft empfunden. Die Scham, gegen den Bushido verstoßen zu haben, führte oft zum rituellen Suizid, dem Seppuku.

Die sieben Tugenden

1   Gi  Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit 
2   Yu  Mut 
3   Jin  Güte und Respekt 
4   Rei  Höflichkeit 
5   Makoto   Wahrheit und ... 

...oder auch  
Shin  ...Wahrhaftigkeit  
6   Meiyo  Ehre 
7   Chugi  Treue 
...oder auch   Chu  Pflicht und Loyalität 

Geschichtliche Bedeutung

Das Bushido war ein Ehrenkodex und darf nicht mit einer Quelle für die historische Wirklichkeit verwechselt werden, was man angesichts der Vorkommnisse in der japanischen Geschichte leicht nachvollziehen kann.

Genauso wie innerhalb des Ritterstandes in Europa gab es bei den Samurai Verrat, Bestechung, Meuchelmord und Parteiwechsel.

Bushido wurde so auch nie schriftlich oder religiös als Manifest für die Samurai verlegt, sondern summierte sich aus der japanischen Kultur beeinflusst durch verschiedene Religionen und Philosophien, sowie den ganz speziellen Zeitumständen der unterschiedlichen Perioden. Es war mehr eine den Alltag beeinflussende Denkweise, als eine festgelegte Geisteshaltung. Am stärksten war die Prägung des Bushido während der Edo-Zeit, also während des langen Friedens unter dem Tokugawa-Shogunat.

Die Philosophie des Bushido beeinflusste einige Kampfkünste, die mit den Waffen der Samurai ausgeführt werden, wie auch waffenlose Systeme (zum Beispiel einige Ju-Jutsu- und Karate-Stile). Geprägt wurde diese Philosophie wiederum vom Zen.

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