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Edo-Zeit

Edo-Jidai (Edo-Zeit)

Kanji - Schriftzeichen

Als Edo-Zeit (jap, Edo jidai) wird der Abschnitt der japanischen Geschichte von 1603 bis 1868 bezeichnet, benannt nach dem damaligen Namen der Hauptstadt, Edo. Er beinhaltet die längste ununterbrochene Friedensperiode eines Landes in der Neuzeit weltweit.

Die letzte Phase der Edo-Zeit, die Jahre von 1853 bis 1867, war von so vielen Umbrüchen gekennzeichnet, dass sie oft als eigene Zwischenepoche, als Bakumatsu bezeichnet wird. Der japanische Begriff bedeutet übersetzt „Ende des Shogunats“. Sie reicht von der Ankunft der „schwarzen Schiffe“ von Commander Perry 1853 bis zur Rückgabe der Herrschaft vom Shogun an den Tenno 1867, der sogenannten Meiji-Restauration.

System der vier Stände

Die Bevölkerung wurde in vier Stände eingeteilt: An unterster Stelle waren die Händler, die zwar den reichsten Stand darstellten, aber im Konfuzianismus nicht viel galten, weil sie „lediglich verteilen, was andere erarbeiten“. Dann kamen die Handwerker und darüber die Bauern. Die Samurai, der Schwertadel, wurden als oberster Stand von Kriegsherren zu Beamten, die das Land verwalteten und Steuern in Form von Reis eintrieben. Oberhalb des Ständesystems standen die Kuge, Angehörige des Hofes in Kyoto, die jedoch auf ihre zeremonielle Rolle reduziert waren und keine eigentliche Macht hatten. Aus dem Ständesystem ausgeschlossen waren die so genannten Buraku, auch Eta-hinin genannt. Darunter fiel fahrendes Volk, Berufe, die nach dem Shintoismus und Buddhismus als unrein galten (Metzger, Totengräber), und Prostituierte.

Um die Bauern zu befrieden, wurden alle Schwerter konfisziert, und nur die Samurai durften Waffen tragen, die länger als ein Kurzschwert waren. Die Schusswaffen, die von den Europäern nach Japan gebracht worden waren, wurden verboten und zerstört.

Verbot des Christentums

Um den Buddhismus als Machtpfeiler zu stärken, wurde das Christentum 1612 zuerst im Tenryo-Gebiet und 1615 dann in ganz Japan verboten. Alle einfachen Japaner mussten Gemeindemitglieder einer buddhistischen Tempelgemeinde werden.

Alle ausländischen Missionare (überwiegend Spanier und Portugiesen) wurden des Landes verwiesen. Japanische Christen wurden gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. Wer sich weigerte, wurde getötet, Apostaten blieben am Leben. In beiden Fällen wurde die gesamte Familie sieben Generationen lang mithilfe des Familienstammbuchs scharf überwacht.

Zwar existierte in Nagasaki im Verborgenen weiterhin eine nach außen völlig isolierte christliche Gemeinde (die Kakure Kirishitan), das Christentum wurde in Japan aber erst 1873 während der Meiji-Zeit wieder offiziell zugelassen.

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