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Okinawa

Hauptinsel Honto

Angefangen hat die Entwicklung des Karate etwa im 7. Jahrhundert auf der Insel Okinawa (siehe Wikipedia).

Zwischen Japan und China war diese Insel ein strategisch wichtiger Punkt. So kam es, dass zu verschiedenen Zeiten die Insel unter chinesischen oder japanischen Einflüssen stand. Durch einen regen Kulturaustausch zwischen China und Okinawa brachten Chinesen der Oberschicht das Chuan-fa (Kung-Fu) auf die Insel.
Jedoch gibt es keine schriftliche Überlieferungen darüber.

To-de (Kara-Te)

ältere Schreibweise

1429 kam es auf Okinawa erstmals zu einem Waffenverbot durch König Sho Hashi. Nach seinem Sturz und der Errichtung einer neuen Dynastie unter König Sho Shin wurde 1479 erneut allen Adligen und Bauern das Tragen von Waffen verboten.
In dieser Zeit entstanden die zwei SelbstverteidigungsschulenTode und RyuKyu Kobudo, die unter strenger Geheimhaltung trainiert wurden. Diese geschichtliche Besonderheit ist dafür verantwortlich, dass sich auf Okinawa aus den chinesischen Ursprüngen eigenständige, dem Zweck angepasste Kampftechniken entwickelten, die sich mit der Zeit deutlich von den chinesischen Kampfkünsten unterschieden.

Kara-te

neuere Schreibweise

To-de basierte, wie schon erwähnt, auf einer chinesischen Kunst, dem Chuan-fa. Die Wurzeln dieser Kampfkunst reichten damals schon mehr als 1000 Jahre zurück. Man nimmt an, daß "Nan-Pei-Chun", eine Abart des Chuan-Fa, welches in der chinesischen Provinz Fukien entwickelt worden war, den größten Einfluss auf die Entwicklung des To-de hatte.

1609 wurde das Waffenverbot nach einer Invasion des Satsuma-Clans aus Japan erneuert. Um gemeinsam gegen den Feind anzugehen verbündeten sich die verschiedenen Schulen. Aus Chuan-fa und Tode entwickelte sich Te (Okinawa-te).

Nach den Orten Shuri, Naha und Tomari bildeten sich drei große Stilrichtungen, das Shuri-te, Naha-te und Tomari-te.

Die Karateschulen in Okinawa

Stil  spätere Richtung  Gründer  Gründungsjahr 
Naha-te   Goju-ryu   Chojun Miyagi   1933 
Shuri-te   Shorin-ryu   Tomohana Chosin  1933  
Tomari-te/ Shuri-te   Shorin-ryu   Nagamine Shoshin  1947  
Chinesisches Kempo   Uechi-ryu  Uechi Kanun  1947  

Die Karateschulen in Japan

Stil  spätere Richtung  Gründer  Gründungsjahr 
Shuri-te/ Tomari-te   Shotokan-ryu   Gichin Funakoshi   1936  
Shuri-te/ Tomari-te   Wado-ryu   Hironori Ohtsuka  1935  
Tomari te/ Naha-te   Shito-ryu   Kenwa Mabuni  1930  
Naha-te   Goju-ryu   Chojun Miyagi  1933  

Historisch gesehen ist das Te der Kampfstil der okinawanischen Könige, Prinzen und Anji (Fürsten) aus Shuri. Das To-de (Karate) wurde hingegen von den niederen Shizoku aus Naha, Shuri und Tomari entwickelt, und zwar mit Hilfe der chinesischen Lehrer. Doch ein großer Teil des okinawanischen To-de (Karate) kann nicht als Naha-te, Shuri-te oder Tomari-te gelten und stellt daher die bisherige Klassifizierung in Frage.

Auf Okinawa gibt es häufig rein chinesische Stile (z.B. Ryuei-ryu oder Kojo-ryu). Auch muss man mit in Betracht ziehen, dass die Nachkriegszeit so manchen Okinawaner zu neuen Stilgründungen veranlasste, die heute teilweise als Wettkampfkonzepte weltweit verbreitet, aber ohne jede authentische Wurzeln sind. „Große Stile sind gute Stile“ - ist eine Aussage, die angesichts der Tradition nicht haltbar ist.

Zur Zeit des Vietnam-Krieges waren viele US-Amerikaner auf Okinawa stationiert und lernten „Karate“ von jedem, der es anbot. Die besten Geschäftsleute erreichten mit ihrem „neugegründeten Stil“ ein Einkommen in den USA, und manche erhielten durch den Einfluss ihrer US-Schüler sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft. Doch die authentischen okinawanischen Karate-Stile sind nach wie vor auf 50 - 100 Übende beschränkt und ziehen die Abgeschiedenheit vor. Ihre Großmeister geben die Stilkonzepte nicht preis, sie verzichten auf die Anerkennung der Welt und bewahren die Jahrhunderte alten Geheimnisse.

So entwickelte sich auf Okinawa eine Kampfkunst, die eigene Selbstverteidigungserfahrungen und Erfahrungen der japanischen Samurai als auch des chinesischen Boxens enthielt.
Einige Meister des Okinawa-te bereisten China für 10, 15, ja sogar 20 Jahre, um Erfahrungen für ihre Kampfkunst zu sammeln. Kehrten sie zurück, so gaben sie ihr Wissen im Kreise ihrer Familien weiter.

1871 wurde Okinawa an Japan angegliedert und ab 1905 wurde Karate offizieller Teil des Unterrichts an Okinawas Schulen. Um Karate anläßlich einer großen Schau der Leibeserziehung in Japan vorzustellen, kam Gichin Funakoshi 1922 nach Japan. Vorausgegangen war eine Vorführung von Karate auf Okinawa anläßlich des Besuchs des Kronprinzen in Naha.

Für Funakoshi gab es nur ein Karate

Funakoshi wollte eigentlich danach wieder nach Okinawa zurück, blieb dann auf vielfältigen Wunsch jedoch in Japan um Karate zu lehren. Dem Vorbild von Judo folgend, legte er mehr Wert auf die richtige innere Einstellung, den Geist im Sinne des Do. Angeregt durch seinen Erfolg kamen bald noch andere Karate-Meister von Okinawa nach Japan um auch dort ihre Kunst zu verbreiten.

Obwohl es für Funakoshi nur ein Karate gab, war es unvermeidlich, dass die verschiedenen Karate-Meister ihr Karate unter eigenen Namen einführten, um ihre eigene Auffassung von Karate populär zu machen.

Es bildeten sich neben zahlreichen anderen kleineren Stilrichtungen, die teilweise nur in bestimmten Ländern, teilweise aber auch weltweit verbreitet sind folgende vier große Stilrichtungen heraus:

Shotokan, Gojo-Ryu, Shito-Ryu und Wado-Ryu.

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